Kostenzusage vor Therapiebeginn
Wir empfehlen, vor dem Therapiebeginn den Antrag beim Versicherer einzureichen und die schriftliche Kostenzusage abzuwarten. So ist die Erstattung über die gesamte Behandlungsdauer gesichert.
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PKV mit VorerkrankungChronische ErkrankungenRisikozuschlagLeistungsausschlussPsychotherapieDie private Krankenversicherung erstattet Psychotherapie tarifabhängig, typisch sind 25 bis 50 Sitzungen je Antrag mit Verlängerung bei medizinischer Begründung. Zwei Punkte sind vorab wichtig: die besondere Wartezeit von acht Monaten nach § 197 VVG und die Voraussetzung, dass der Therapeut approbiert ist.
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Wie läuft die Beratung ab? →| Kriterium | Gesetzlich (GKV) | Privat (PKV) |
|---|---|---|
| Therapieplatz | Suche nach Kassensitz, oft monatelange Wartezeit | Zugang auch zu Privatpraxen, meist deutlich schneller |
| Genehmigung | Antrags- und teils Gutachterverfahren nach festen Kontingenten | Antrag nach Tarif, Kostenzusage des Versicherers |
| Sitzungsumfang | feste Kontingente je Verfahren | tarifabhängig, typisch 25 bis 50 Sitzungen je Antrag mit Verlängerungsoption |
| Kostenweg | Abrechnung über die Versichertenkarte | Rechnung an den Patienten, Erstattung durch den Versicherer |
Den Umfang der Psychotherapie regelt in der privaten Krankenversicherung der Tarif, nicht ein gesetzlicher Katalog. Üblich sind 25 bis 50 Sitzungen je bewilligtem Antrag. Ist das Kontingent ausgeschöpft, beantragt der Therapeut mit medizinischer Begründung die Verlängerung. Manche Tarife erstatten ab einer bestimmten Sitzungszahl nur noch anteilig, etwa zwanzig oder dreißig Prozent Eigenanteil ab der einunddreißigsten Sitzung. Genau diese Klausel gehört vor Vertragsabschluss gelesen.
Erstattungsfähig sind die anerkannten Verfahren, darunter Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapie sowie in vielen Tarifen die systemische Therapie. Welche Therapieform im Einzelfall passt, entscheiden Patient und Therapeut, nicht der Versicherer und nicht dieser Beitrag.
Der Ablauf folgt einer festen Reihenfolge. Zuerst kommen die probatorischen Sitzungen beim approbierten Therapeuten, dann der Antrag mit Diagnose und Therapieplan an den Versicherer, dann die schriftliche Kostenzusage und schließlich die eigentliche Behandlung. Die Probatorik selbst ist in den meisten Tarifen ohne Genehmigung erstattet und dient ausdrücklich der Klärung, ob die Therapie zustande kommt.
Abgerechnet wird nach der Gebührenordnung für Ärzte, die auch für psychologische Psychotherapeuten gilt. Eine Sitzung von fünfzig Minuten liegt je nach Steigerungssatz bei 100 bis 180 €. Bei fünfzig Sitzungen entstehen so Behandlungskosten von mehreren tausend Euro, was erklärt, warum Versicherer auf dem Antragsweg bestehen. Die Beträge sind Richtwerte. Verbindlich sind Tarif und Honorarvereinbarung.
Für Interessenten mit Therapieerfahrung ist weniger die Erstattung das Thema als die Gesundheitsprüfung. Eine laufende oder kurz zurückliegende Psychotherapie führt bei den meisten Versicherern zur Zurückstellung des Antrags oder zur Ablehnung. Abgeschlossene Behandlungen werden je nach Versicherer rückwirkend über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren abgefragt. Das ist keine Bewertung der Therapie, sondern Risikokalkulation. Aus Versicherersicht zählen mögliche Folgekosten, nicht der Anlass.
Aus über 5.000 Gesundheitsprüfungen wissen wir, dass die Spannbreite der Entscheidungen groß ist. Eine abgeschlossene Kurzzeittherapie nach einer Lebenskrise bewerten manche Versicherer mit Normalannahme, andere mit Zuschlag. Wir empfehlen Interessenten mit früherer Psychotherapie unbedingt die anonyme Voranfrage vor der Antragstellung, so werden Ausschluss- und Zuschlagsrisiken früh sichtbar, ohne dass eine Ablehnung entsteht.
Der Therapeut beantragt mit medizinischer Begründung die Verlängerung. Viele Tarife bewilligen weitere Kontingente, teils mit reduzierter Quote. Ein hartes Ende bei einer festen Sitzungszahl ist die Ausnahme, eine erneute Prüfung der Notwendigkeit die Regel.
Grundsätzlich ja, die besondere Wartezeit von acht Monaten kennt keine gesetzliche Ausnahme für Notfälle. In der Praxis zeigen sich manche Versicherer bei ärztlich bestätigter Dringlichkeit kulant und Akutbehandlungen beim Arzt sind ohnehin vom ersten Tag an versichert. Wer akut Hilfe braucht, wendet sich unabhängig von Versicherungsfragen an den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder eine Akutambulanz.
In der Regel nicht. Erstattet wird die medizinisch notwendige Heilbehandlung einer diagnostizierten Erkrankung. Paarberatung ohne Krankheitswert fällt nicht darunter, auch nicht in Komforttarifen. Systemische Therapie mit Diagnose ist davon zu unterscheiden. Diese ist in vielen Tarifen erstattungsfähig.
Zunehmend ja, sofern der approbierte Therapeut sie durchführt und die Abrechnung den Gebührenregeln folgt. Reine Coaching- oder App-Angebote ohne approbierten Behandler sind dagegen keine Heilbehandlung und bleiben unerstattet.
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Ab einem Alter von 55 Jahren ist die Aufnahme in die private Krankenversicherung häufig nur noch eingeschränkt möglich. Zudem kann ein später Wechsel mit höheren Beiträgen verbunden sein.
Uns ist wichtig, dass sich ein Wechsel für Sie auch langfristig lohnt. Deshalb möchten wir Ihnen keine Beratung empfehlen, wenn wir bereits anhand Ihrer Angaben erkennen, dass die Voraussetzungen dafür eher ungünstig sind.
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