Expertentipps

Die wichtigsten Punkte für einen sauberen Wechsel in die private Krankenversicherung auf einen Blick.

01

Genug Vorlauf einplanen

Zwischen Antrag und gewünschtem Beginn sollten mindestens vier bis acht Wochen liegen, vor allem für die anonyme Voranfrage.

02

Berechtigung zuerst

Selbstständige, Beamte und Studierende können jederzeit ohne Einkommensschwelle wechseln. Angestellte nur bei Überschreiten der JAEG von 77.400 €.

03

Gesundheitsprüfung anonym vorab

Wir empfehlen, vor jedem verbindlichen Antrag eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern durchzuführen. So lassen sich Annahmemöglichkeiten und Risikozuschläge vergleichen, ohne vorschnell eine formelle Ablehnung zu riskieren. Achten Sie zudem darauf, dass Ihre Gesundheitshistorie sorgfältig und vollständig aufgearbeitet wird.

Details anzeigen →
04

Kündigung bei der GKV zur richtigen Zeit

Die Kündigungsfrist der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt nach § 175 SGB V zwei Monate zum Monatsende. Kündigen Sie erst, wenn die Annahmeerklärung der neuen Versicherung schriftlich vorliegt, sonst riskieren Sie eine Lücke.

05

Eignung vor dem Antrag prüfen

Berechtigt heißt nicht automatisch sinnvoll.

Details anzeigen →
Inhalt
  1. So läuft der Wechsel in die private Krankenversicherung ab
  2. Eignung prüfen
  3. Häufige Fehler
  4. Dauer
  5. Reihenfolge
  6. Kosten Vorbereitung
  7. Bei Ablehnung

Kostenlose Erstberatung

Unverbindliche Analyse Ihrer Situation, persönlich und unabhängig.

Wie läuft die Beratung ab? →

So läuft der Wechsel in die private Krankenversicherung ab

Vier Schritte von der ersten Prüfung bis zum Versicherungsbeginn. Öffnen Sie jeden Schritt für die Details.

Voraussetzungen prüfen

Angestellte dürfen wechseln, wenn das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze von 77.400 € (2026) übersteigt. Maßgeblich ist das regelmäßige Einkommen, nicht ein einmaliger Bonus.

Selbstständige, Freiberufler, Beamte und Studierende sind unabhängig vom Einkommen zugangsberechtigt. Für sie entfällt diese Schwelle vollständig.

Anonyme Gesundheitsprüfung vorbereiten

Die Gesundheitsprüfung entscheidet, ob ein Versicherer den Antrag annimmt, einen Risikozuschlag verlangt oder einen Leistungsausschluss setzt. Wer mit einer formellen Ablehnung startet, riskiert, dass spätere Anträge bei anderen Versicherern erschwert werden, weil eine offene Ablehnung im Antrag offengelegt werden muss.

Wir haben über 5.000 Gesundheitsprüfungen begleitet und empfehlen daher als ersten Schritt immer die anonyme Voranfrage bei mindestens fünf Versicherern parallel. Sie klärt die Bewertung vorab, ohne eine Eintragung beim Versicherer zu erzeugen.

Mögliche Ergebnisse:

  • Annahme ohne Einschränkung
  • Annahme mit Risikozuschlag
  • Annahme mit Leistungsausschluss für eine bestimmte Diagnose

Nur im Ausnahmefall erfolgt eine vollständige Ablehnung.

Antrag stellen und Annahme abwarten

Nach der anonymen Voranfrage folgt der formale Antrag. Alle Gesundheitsfragen müssen nach § 19 VVG vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Unvollständige oder fehlerhafte Angaben können zur späteren Anfechtung des Vertrags führen, auch Jahre nach Vertragsschluss.

Die typische Bearbeitungsdauer beträgt zwei bis sechs Wochen. Das Ergebnis ist die Annahmeerklärung, in der Versicherungsbeginn und Konditionen festgelegt sind.

Erst wenn die Annahmeerklärung schriftlich vorliegt, sollte die Kündigung bei der gesetzlichen Krankenversicherung eingereicht werden.

Versicherungsbeginn festlegen und GKV kündigen

Der Versicherungsbeginn wird im Antrag festgelegt. Die Kündigung der gesetzlichen Krankenversicherung unterliegt nach § 175 SGB V einer Frist von zwei Monaten zum Monatsende. Wer im März kündigt, scheidet frühestens zum 31. Mai aus. Der Versicherungsbeginn sollte dann auf den 1. Juni gelegt werden.

Die empfohlene Reihenfolge: Annahmeerklärung abwarten, dann die gesetzliche Krankenversicherung kündigen, dann den Erstbeitrag per Lastschrift bereitstellen.

FAQ zum Wechsel in die PKV

Ist ein Wechsel für Sie sinnvoll?

Das Wechselrecht gibt den Zugang. Ob der Wechsel langfristig wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Unsere Prüfung orientiert sich an drei Faustregeln:

  • Einstiegsalter unter 45 Jahren, weil spätere Eintritte zu deutlich höheren Startbeiträgen führen
  • Mindestnetto rund 3.000 € im Monat, damit der Beitrag auch in schlechteren Jahren tragbar bleibt
  • Klare Lebensplanung, denn Angestellte oder Selbstständige mit Familienwunsch müssen Angehörige einzeln zu einem eigenen Beitrag mitversichern, was in der gesetzlichen Versicherung beitragsfrei wäre

Aus unserer Beratung sehen wir oft: Ein Wechsel ohne Eignungsprüfung führt nach wenigen Jahren zu Reue. Wir empfehlen, alle drei Faustregeln klar zu bejahen, bevor der formale Antrag startet.

Welche Fehler passieren beim Wechsel am häufigsten?

In der Praxis scheitert ein Wechsel selten an der reinen Berechtigung. Die meisten Probleme entstehen im Ablauf, durch falsches Timing, unvollständige Gesundheitsangaben oder eine zu schnelle Antragstellung.

Ein häufiger Fehler ist, die gesetzliche Krankenversicherung zu kündigen, bevor die verbindliche Annahmeerklärung der privaten Krankenversicherung vorliegt. Erst wenn klar ist, dass der Versicherer den Antrag annimmt und zu welchen Bedingungen, sollte die Kündigung der bisherigen Absicherung final angestoßen werden. Andernfalls entsteht unnötiger Druck, im schlimmsten Fall sogar eine Lücke im Versicherungsschutz.

Besonders kritisch sind die Gesundheitsangaben. Viele Antragsteller lassen Diagnosen weg, weil sie diese selbst als harmlos oder ausgeheilt einschätzen. Entscheidend ist aber nicht die persönliche Einschätzung, sondern die konkrete Fragestellung im Antrag. Unvollständige oder ungenaue Angaben können später deutlich schwerwiegender sein als ein Risikozuschlag im Vorfeld.

Auch der Versicherungsbeginn muss sauber geplant werden. Der Start der PKV sollte zum Ende der gesetzlichen Versicherung passen. Wird der Beginn zu früh gewählt, entstehen unnötige Doppelbeiträge. Wird er zu spät gewählt, kann es zu Abstimmungsproblemen beim Nachweis der Folgeversicherung kommen.

Ein weiterer Stolperstein ist die fehlende Eignungsprüfung. Nur weil jemand formal in die PKV wechseln darf, heißt das nicht automatisch, dass der Wechsel langfristig sinnvoll ist. Einkommen, Familienplanung, Gesundheitszustand, berufliche Perspektive und Tarifqualität müssen zusammen betrachtet werden. Genau diese Prüfung entscheidet am Ende, ob der Wechsel wirklich tragfähig ist.

Wie lange dauert ein Wechsel in die PKV insgesamt?

Realistisch vier bis acht Wochen. Davon entfallen zwei bis vier Wochen auf die Antragsbearbeitung, der Rest auf Vorbereitung, die Kündigungsfrist nach § 175 SGB V und die Abstimmung des Datums.

In welcher Reihenfolge müssen Sie vorgehen?

Die Reihenfolge ist entscheidend, denn Abweichungen erzeugen fast immer Probleme:

  1. Berechtigung und Eignung klären.
  2. Anonyme Voranfrage bei mehreren Versicherern parallel.
  3. Formaler Antrag beim gewählten Versicherer.
  4. GKV kündigen, sobald die Annahmeerklärung schriftlich vorliegt, nie vorher.
  5. Versicherungsbeginn und Erstbeitrag bestätigen.

Was kostet die Vorbereitung auf den Wechsel?

Bei einem spezialisierten Makler fallen keine Kosten an. Anonyme Voranfragen und die Beratung sind für Sie kostenlos.

Was passiert, wenn die Versicherer ablehnen?

Bei mehreren Ablehnungen greift der Basistarif als gesetzlicher Annahmepflichttarif. Der Höchstbeitrag im Basistarif beträgt 2026 rund 1.017,18 € im Monat, halbierbar bei nachgewiesener Hilfebedürftigkeit nach § 12 VAG. Alternativ lässt sich die gesetzliche Versicherung freiwillig weiterführen und mit einer privaten Zusatzversicherung ergänzen.

Kontaktieren Sie unsere Experten

Klären Sie alle offenen Fragen, kostenfrei und unverbindlich.

Expertengespräch

Persönliche Beratung mit unseren Spezialisten, kostenlos und unverbindlich.

Das Team von PKV-Welt: Tim und Sandra Bökemeier
Direkter Kontakt

Telefon: +49 521 9779 8232 · Antwortzeit: unter 48 h.

Kalender wird vorbereitet

Einen Moment – die freien Termine werden geladen.