Das Wichtigste auf einen Blick

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Privat oft schneller

In rund 25 % der Fälle erhielten Privatpatienten schneller einen Termin, im Schnitt etwa 10 Tage früher.

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Externe Studie bestätigt

RWI und Cornell (2018): gesetzlich Versicherte warten im Schnitt 25 Tage, privat Versicherte 12 Tage.

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Geld als Treiber

Für dieselbe Leistung lassen sich bei Privatpatienten je nach Satz 13 % bis 129 % mehr abrechnen.

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10 % Patienten, 30 % Umsatz

Eine befragte Ärztin berichtet: Privatversicherte machen 10 % der Patienten, aber 30 % des Umsatzes aus.

Erhalten Privatversicherte schneller einen Facharzttermin als gesetzlich Versicherte? Wir sind dieser Frage mit einer eigenen Studie im Raum Bielefeld nachgegangen und haben sie um rechtliche Hintergründe, Abrechnungssysteme und Stimmen von Ärzten ergänzt.

Studie zum Download

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Die Studie im Detail

Überblick über die durchschnittlichen Wartezeiten

Eine Untersuchung des RWI Leibniz-Instituts gemeinsam mit der Cornell University aus dem Jahr 2018 zeigt deutliche Unterschiede:

  • Gesetzlich Versicherte: im Durchschnitt 25 Tage Wartezeit auf einen Facharzttermin
  • Privatversicherte: im Durchschnitt 12 Tage

In einigen Städten liegt der Anteil reiner Privatpraxen bereits bei rund 10 %, in Fachrichtungen wie Dermatologie und Orthopädie ist er deutschlandweit höher.

Unsere Studie im Raum Bielefeld

Wir haben im Raum Bielefeld 125 Ärzte kontaktiert und die Terminvergabe für gesetzlich und privat Versicherte verglichen.

  • In 25 % der Fälle erhielten Privatpatienten schneller einen Termin.
  • Der Vorsprung lag im Schnitt bei etwa 10 Tagen, in Einzelfällen bei mehreren Wochen.

Die Tendenz deckt sich mit der RWI-Studie: Privatversicherte werden bei der Terminvergabe häufig bevorzugt.

Welche Regeln und Gesetze gelten?

Eine Bevorzugung nach Versicherungsstatus ist gesetzlich nicht eindeutig verboten. Im Notfall gilt jedoch eine uneingeschränkte Gleichbehandlung aller Patienten.

Für gesetzlich Versicherte gibt es zudem Terminservicestellen. Sie sollen bei Vorliegen einer Überweisung innerhalb von vier Wochen einen Facharzttermin vermitteln.

Warum werden Privatpatienten bevorzugt?

Der Hauptgrund ist wirtschaftlich. Privatleistungen werden nach der Gebührenordnung abgerechnet, die Steigerungssätze bis zum 3,5-fachen des Basissatzes erlaubt.

Zwei Beispiele aus der Kieferorthopädie verdeutlichen den Unterschied:

LeistungPKV (2,3-fach bis 3,5-fach)GKV (AOK Bayern)Unterschied
24 Brackets512,16 € bis 779,52 €rund 454 €13 % bis 72 %
Bogenwechsel Ober- und Unterkiefer129,36 € bis 196,84 €rund 86 €50 % bis 129 %

Eine befragte Ärztin bringt es auf den Punkt: Privatversicherte machen rund 10 % ihrer Patienten aus, sorgen aber für etwa 30 % des Umsatzes.

Haben wir eine Zweiklassenmedizin?

Die Unterschiede sind real, fallen aber je nach Region und Fachrichtung sehr unterschiedlich aus, besonders in Dermatologie und Orthopädie. Wir verstehen das weniger als Fehlverhalten einzelner Ärzte, sondern als systembedingte Schieflage zwischen den Abrechnungswelten von GKV und PKV.

Häufige Fragen

Wie viele Ärzte wurden für die Studie kontaktiert?

Im Raum Bielefeld haben wir 125 Ärzte kontaktiert und die Terminvergabe für gesetzlich und privat Versicherte verglichen. Ergänzend haben wir Ärzte interviewt, um die Hintergründe zu verstehen.

Erhalten Privatversicherte immer schneller einen Termin?

Nein. In unserer Studie war das in rund 25 % der Fälle so, im Schnitt etwa 10 Tage früher. In vielen Fällen gab es keinen Unterschied, und im Notfall gilt für alle Patienten die gleiche Behandlung.

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