Expertentipps

Die wichtigsten Punkte zur Auswahl eines privaten Krankenversicherers auf einen Blick.

01

Rund 40 Vollversicherer, stabiler Markt

Etwa 40 Vollversicherer sind am deutschen Markt zugelassen, die Zahl ist seit Jahren stabil. Fünf bis sieben große Anbieter halten den größten Bestand, viele mittlere Versicherer haben eigene Schwerpunkte für bestimmte Berufsgruppen.

Details anzeigen →
02

Größe ist nicht gleich Qualität

Beitragsstabilität und Leistungsumfang entstehen auf der Ebene des Tarifs, nicht des Unternehmens. Spezialisierte Anbieter, etwa für Beamte oder Gesundheitsberufe, sind für ihre Zielgruppe oft günstiger als die großen Generalisten.

Details anzeigen →
03

Die höchste Kundenzufriedenheit unter unseren Kunden

Die größte Kundenzufriedenheit bei unseren Bestandskunden haben wir bei der Signal Iduna, Hallesche Krankenversicherung, LKH, SdK, Allianz und AXA Krankenversicherung.

Anbieter und Markt der PKV im Detail

Wie ist der Markt der privaten Krankenkassen aufgebaut?

Die Liste der privaten Krankenkassen in Deutschland umfasst rund 40 Vollversicherer, die zur Krankenvollversicherung zugelassen sind. Alle stehen unter der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und sind durch das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) einheitlich reguliert. Versicherungstechnische Mindeststandards, Anforderungen an das Eigenkapital und Pflichtinhalte gelten für alle gleich.

Der Markt ist konzentriert. Fünf bis sieben große Anbieter halten zusammen den größten Teil des Bestands an Vollversicherten. Die übrigen rund 33 Anbieter bedienen spezialisierte Zielgruppen oder regionale Schwerpunkte. Im Basistarif besteht ein Kontrahierungszwang, im Standardtarif und in den regulären Tarifen entscheidet der Versicherer nach der Gesundheitsprüfung über die Aufnahme.

Welche Anbieter gibt es und wofür stehen sie?

Die folgenden Profile geben einen neutralen Überblick über Größe, Schwerpunkt und Besonderheiten der wichtigsten Anbieter. Die Reihenfolge ist alphabetisch und stellt keine Wertung dar. Zahlen zu Versicherten und Beiträgen sind gerundete Richtwerte.

  • Allianz Private Krankenversicherung: Mit rund 2,5 Millionen Versicherten und über 3,2 Milliarden Euro Beitragseinnahmen einer der größten Anbieter. Breites Spektrum von der Vollversicherung bis zur Zusatzversicherung, mit eigenen Konditionen für Beamte, Ärzte und Richter sowie einer App zur Rechnungseinreichung.
  • Alte Oldenburger: Kleinerer, günstig kalkulierender Anbieter mit rund 300.000 Versicherten und etwa 215 Millionen Euro Beiträgen. Die Tarife lassen sich modular zusammenstellen, auch als Beihilfetarif für Beamte.
  • ARAG Krankenversicherung: Teil des ARAG-Konzerns, über 500.000 Versicherte und mehr als 340 Millionen Euro Beiträge. Neben Voll- und Zusatzversicherung auch die Pflegepflichtversicherung, in einigen Tarifen ist ein Patienten-Rechtsschutz enthalten.
  • AXA Krankenversicherung: Über 1,7 Millionen Versicherte und mehr als 3 Milliarden Euro Beiträge. Mit der DBV Deutsche Beamtenversicherung ein eigener Zweig für Beamte und den öffentlichen Dienst, dazu eine Beitragsrückerstattung für gesundheitsbewusstes Verhalten.
  • Barmenia Krankenversicherung: Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit rund 1,3 Millionen Versicherten und über 1,5 Milliarden Euro Beiträgen. Eigene Tarife für Beamte, Studenten und Ärzte, Schwerpunkt Nachhaltigkeit sowie Video- und Zweitmeinungsservice.
  • Central Krankenversicherung: Teil der Generali-Gruppe, knapp 2 Millionen Versicherte und rund 2 Milliarden Euro Beiträge. Vollversicherung für viele Berufsgruppen und Zusatztarife, die einen späteren Wechsel in die Vollversicherung erleichtern.
  • Concordia Krankenversicherung: Jüngerer Anbieter (seit 1990) mit rund 100.000 Versicherten und etwa 50 Millionen Euro Beiträgen. Vollversicherung und Beihilfetarife für Beamte, dazu die digitale Einreichung von Rechnungen.
  • Continentale Krankenversicherung: Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit über 1,3 Millionen Versicherten und rund 1,5 Milliarden Euro Beiträgen. Individuell gestaltbare Vollversicherung mit Optionen zur Beitragsentlastung im Alter.
  • Debeka: Größter Bestand am Markt mit über 4 Millionen Versicherten und mehr als 5,4 Milliarden Euro Beiträgen. Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit starkem Schwerpunkt auf Beamte.
  • Deutscher Ring: Über 600.000 Versicherte und mehr als 660 Millionen Euro Beiträge, Teil der Signal-Gruppe. Tarife von der Grund- bis zur Premiumleistung für Angestellte und Selbstständige.
  • DEVK Krankenversicherung: Rund 400.000 Versicherte und etwa 75 Millionen Euro Beiträge. Schwerpunkt auf Vollversicherung und Reisetarifen sowie Zusatz- und Tagegeldtarifen.
  • DKV Deutsche Krankenversicherung: Teil der ERGO Group, über 4,4 Millionen Versicherte und rund 4,8 Milliarden Euro Beiträge. Vollversicherung für Selbstständige, Angestellte und Beamte, viele Zusatztarife sowie eine betriebliche Krankenversicherung.
  • Gothaer Krankenversicherung: Knapp 600.000 Versicherte und etwa 850 Millionen Euro Beiträge. Voll- und Zusatzversicherung mit personalisierbarem Leistungsumfang und digitalen Gesundheitsangeboten.
  • Hallesche Krankenversicherung: Über 700.000 Versicherte und mehr als 1 Milliarde Euro Beiträge. Günstige Vollversicherungstarife für Angestellte und Selbstständige, eigene Tarife für Ärzte und Beamte sowie Tarife für Auslandsbeschäftigte.
  • HanseMerkur Krankenversicherung: Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit über 1,5 Millionen Versicherten und über 1 Milliarde Euro Beiträgen. Vollversicherung, Beihilfetarife und Tarife für Auslandsaufenthalte, dazu Zusatz- und Studententarife.
  • HUK-Coburg Krankenversicherung: Über 1 Million Versicherte und rund 1,1 Milliarden Euro Beiträge, mit starkem Schwerpunkt auf Beamten und öffentlichem Dienst. Zunehmend auch Tarife für Angestellte und Selbstständige.
  • Inter Krankenversicherung: Rund 700 Millionen Euro Beiträge, mit Schwerpunkt auf Tarifen für Mediziner und Beamte. Auch die Zusatztarife sind auf einzelne Berufsgruppen zugeschnitten.
  • Landeskrankenhilfe (LKH): Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit über 400.000 Versicherten und rund 830 Millionen Euro Beiträgen. Schwerpunkt auf Beamten und Ärzten, ergänzt um Tarife für Selbstständige und Angestellte.
  • LVM Krankenversicherung: Über 350.000 Versicherte und rund 350 Millionen Euro Beiträge. Ursprünglich für die Landwirtschaft gegründet und in ländlichen Regionen stark, heute Vollversicherung für viele Berufe.
  • Mecklenburgische Krankenversicherung: Kleinerer Anbieter mit knapp 70.000 Versicherten und etwa 17 Millionen Euro Beiträgen. Tarife vom Einsteiger- bis zum Premiumniveau, auch für Existenzgründer.
  • Münchener Verein: Rund 300.000 Versicherte und knapp eine halbe Milliarde Euro Beiträge, mit Schwerpunkt Handwerk. Dazu Angebote für gesetzlich Versicherte und die Generation 50 plus.
  • Nürnberger Krankenversicherung: Über 300.000 Versicherte. Vollversicherung für Angestellte, Selbstständige und Beamte sowie starke Zahn- und Krankenhauszusatztarife.
  • ottonova: Junger, rein digitaler Anbieter mit rund 15.000 Versicherten. Vollversicherung, Zusatz- und Beihilfetarife mit durchgängig digitalem Service und Concierge.
  • R+V Krankenversicherung: Rund 900.000 Versicherte und über 500 Millionen Euro Beiträge im genossenschaftlichen Verbund. Vollversicherung für Angestellte, Beamte und Selbstständige mit Beitragsrückerstattung.
  • Signal Iduna Krankenversicherung: Über 2 Millionen Versicherte und knapp 2 Milliarden Euro Beiträge. Breite Tarife für alle Berufsgruppen, hohe Beitragsrückerstattungen und ein eigenes Team für Versicherte mit schweren Erkrankungen, zur Gruppe gehört die UKV.
  • SDK Süddeutsche Krankenversicherung: Versicherungsverein, genossenschaftlich verbunden, mit über 700.000 Versicherten und knapp 800 Millionen Euro Beiträgen. Vollversicherung und Zusatztarife mit Präventionsangeboten.
  • UKV Union Krankenversicherung: Über 1,2 Millionen Versicherte, Versicherungspartner der Sparkassen-Finanzgruppe und Teil der Signal-Iduna-Gruppe. Vollversicherung, Beihilfe- und Zusatztarife.
  • uniVersa Krankenversicherung: Ältester Anbieter am Markt, über 300.000 Versicherte und mehr als eine halbe Milliarde Euro Beiträge. Tarife für Angestellte, Selbstständige, Studenten, Beamte und Ärzte.
  • Versicherungskammer Bayern: Öffentlicher Versicherer und Marktführer in Bayern und der Pfalz, über 1,8 Millionen Versicherte und mehr als 1,5 Milliarden Euro Beiträge. Vollversicherung, Beamtentarife und Zusatzversicherung.
  • Württembergische Krankenversicherung: Rund 350.000 Versicherte, mit Schwerpunkt auf Zusatzversicherungen. Zwei Tarife ermöglichen gesetzlich Versicherten eine ambulante Behandlung als Privatpatient.

Welche kleineren und spezialisierten Anbieter gibt es?

Neben den Vollversicherern gibt es kleinere und spezialisierte Häuser, die nur bestimmte Gruppen versichern oder sich auf Zusatzversicherungen konzentrieren:

  • Augenoptiker Ausgleichskasse (AKA): Branchenversicherer ausschließlich für Augenoptiker und Hörakustiker.
  • Die Bayerische: Schwerpunkt auf Zusatzversicherungen, vor allem Zahn und Auslandsreise.
  • Envivas: Zusatzversicherer und Kooperationspartner der Techniker Krankenkasse, rund 400.000 Versicherte.
  • ERGO Krankenversicherung: Breites Angebot an Zusatzversicherungen, etwa für Zähne und Augen, über 1,5 Millionen Versicherte.
  • Freie Arzt- und Medizinerkasse (FAMK): Spezialversicherer für Beihilfeberechtigte und Mediziner, tätig in Hessen.
  • LIGA Krankenversicherung katholischer Priester: Kleiner Verein für katholische Geistliche.
  • Mannheimer Versicherung: Teil des Continentale-Verbunds, Voll- und Zusatzversicherung.
  • Praenatura: Zusatzversicherer für ergänzende Heil- und Vorsorgemethoden.
  • VGH, früher Provinzial Hannover: Regionaler Anbieter für Bremen und Niedersachsen, für Beamte, Selbstständige und Angestellte.
  • Vigo, Düsseldorfer Versicherung: Schwerpunkt auf Zusatz- und Pflegezusatzversicherung, rund 20.000 Versicherte.

Worauf kommt es bei der Auswahl des Anbieters an?

Wer einen passenden Versicherer sucht, sollte vor allem auf diese Punkte achten:

  • Annahmechancen bei der eigenen gesundheitlichen Situation: Nicht jeder Versicherer nimmt jeden Antragsteller zu denselben Konditionen an. Vorerkrankungen, Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse unterscheiden sich erheblich. Eine anonyme Voranfrage vor dem formalen Antrag schützt vor einem Eintrag im Branchenregister.
  • Beitragsstabilität: Der Verlauf der Beitragsanpassungen der letzten zehn Jahre zeigt, wie ein Versicherer mit steigenden Kosten umgegangen ist.
  • Leistungsumfang: Heilpraktiker, Zahnersatz, Ein- oder Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung, Kurleistungen. Der Umfang muss zum eigenen Bedarf passen, nicht zum Marktstandard.
  • Servicequalität: Tempo der Abrechnung, Erreichbarkeit und Kulanz in Grenzfällen.

Wie groß ist der Markt der privaten Krankenversicherung in Zahlen?

Zum Ende des Jahres 2024 waren bundesweit 8,7 Millionen Menschen privat vollversichert. Die Alterungsrückstellungen der Branche summierten sich auf 351 Milliarden Euro. Beide Zahlen stammen aus den Statistiken des PKV-Verbands und dem BaFin-Jahresbericht.

Die Höhe der Alterungsrückstellungen zeigt, dass die private Krankenversicherung langfristig kalkuliert und erhebliche Mittel für stabile Beiträge im Rentenalter zurücklegt.

Welchen Fehler sehen wir bei der Anbieterwahl am häufigsten?

Aus mehr als 5.000 Gesundheitsprüfungen und Beratungsmandaten sehen wir: Der häufigste Fehler bei der Wahl des Anbieters ist die Orientierung an der Bekanntheit der Marke statt an den beiden Kriterien, die wirklich zählen.

Wir empfehlen, vor jeder Entscheidung die Beitragsstabilität über zehn Jahre rückwärts und die Aufnahmepraxis bei der eigenen Vorerkrankung als die beiden wichtigsten Kriterien zu setzen. Alles andere ist zweitrangig.

Welcher Anbieter für die eigene Situation am besten passt, lässt sich ohne anonyme Voranfrage und vollständige Tarifanalyse nicht beurteilen.

Wie viele private Krankenversicherer gibt es in Deutschland?

Rund 40 Vollversicherer sind zur privaten Krankenvollversicherung zugelassen. Die Zahl ist seit Jahren stabil, Fusionen und Übernahmen kommen vor, Neugründungen sind selten.

Darf eine private Krankenversicherung einen Antrag ablehnen?

Im regulären Tarif ja, nach der Gesundheitsprüfung. Im Basistarif besteht ein Kontrahierungszwang, kein Versicherer darf diesen Antrag ablehnen. Der Basistarif ist der einzige Weg für Menschen mit schweren Vorerkrankungen ohne Risikozuschlag.

Sind große Anbieter besser als kleine?

Nicht automatisch. Beitragsstabilität und Leistungsumfang entstehen auf der Ebene des Tarifs. Spezialisierte oder mittlere Anbieter sind für ihre Zielgruppe häufig günstiger als die großen Generalisten.

Wo finde ich Daten zum Verlauf der Beitragsanpassungen?

Eine vollständige öffentliche Datenbank gibt es nicht. Wir stellen im Rahmen der Beratung Daten zum Verlauf der Beitragsanpassungen der letzten zehn Jahre zur Verfügung.

Kontaktieren Sie unsere Experten

Klären Sie alle offenen Fragen, kostenfrei und unverbindlich.

Expertengespräch

Persönliche Beratung mit unseren Spezialisten, kostenlos und unverbindlich.

Das Team von PKV-Welt: Tim und Sandra Bökemeier
Direkter Kontakt

Telefon: +49 521 9779 8232 · Antwortzeit: unter 48 h.

Kalender wird vorbereitet

Einen Moment – die freien Termine werden geladen.