FAQ

Woraus setzt sich der Beitrag in der PKV zusammen?

Anders als die gesetzliche Krankenversicherung bemisst die private Krankenversicherung den Beitrag nicht am Einkommen, sondern am versicherten Risiko. Der Tarifbeitrag wird nach Art der Lebensversicherung kalkuliert (§ 146 VAG): Eintrittsalter, Leistungsumfang und Gesundheitszustand bei Antragstellung bestimmen ihn, das spätere Einkommen spielt keine Rolle.

Dazu kommt der gesetzliche Zuschlag von zehn Prozent, der bis zum Alter von 60 erhoben wird und in die Alterungsrückstellung fließt. Bei Vorerkrankungen ist ein Risikozuschlag von typischerweise zehn bis 30 Prozent üblich. Die gewählte Selbstbeteiligung hat zusätzlich Einfluss auf den Zahlbeitrag.

Welche Beiträge sind je nach Eintrittsalter typisch?

Die folgenden Richtwerte zeigen die Größenordnung für einen leistungsstarken Volltarif. Sie sind Orientierungswerte, der tatsächliche Beitrag hängt von Alter, Gesundheitszustand, Tarifwahl und Versicherer ab.

EintrittsalterPKV-Beitrag im Monat (Richtwert)
25 Jahreca. 370 €
30 Jahreca. 430 €
35 Jahreca. 510 €
40 Jahreca. 600 €
45 Jahreca. 700 €
50 Jahreca. 830 €

Angestellte zahlen davon nur die Hälfte selbst. Der Arbeitgeber bezuschusst 2026 bis zu 508,59 € im Monat zur Krankenversicherung und 104,63 € im Monat zur Pflegeversicherung. Selbstständige tragen den Beitrag allein. Freiwillig versicherte Selbstständige ohne Kinder zahlen in der gesetzlichen Kasse bis zu 1.261,32 € im Monat.

Was ändert die Berufsgruppe am Beitrag?

Neben dem Alter entscheidet der Status. Angestellte zahlen effektiv die Hälfte, weil der Arbeitgeber die Hälfte des Beitrags übernimmt. Selbstständige tragen den Beitrag allein und sollten besonders auf einen ausreichenden Krankentagegeld-Schutz achten. Beamte sind der Sonderfall mit den niedrigsten Beiträgen: Die Beihilfe des Dienstherrn deckt meist die Hälfte oder mehr der Krankheitskosten, privat versichert wird nur der Rest, oft für deutlich unter 300 € im Monat.

Ein paar Richtwerte aus der Praxis. Ein 35-jähriger Angestellter zahlt im Basistarif ab ca. 197 € Arbeitnehmeranteil, im Premiumtarif ab ca. 350 €. Ein 35-jähriger Beamter zahlt im Basistarif ab ca. 273 €, im Premiumtarif ab ca. 398 €. Ein 35-jähriger Selbstständiger trägt den vollen Beitrag und liegt im Basistarif ab ca. 372 €, im Premiumtarif ab ca. 751 €. Kinder kosten als Richtwert zwischen 150 und 250 € monatlich, im Basistarif ab ca. 100 € je Kind, Studenten je nach Tarif etwa 80 bis 150 €.

Die wichtigste Kostenwahrheit für Familien gleich dazu: Eine beitragsfreie Familienversicherung wie in der gesetzlichen Kasse gibt es in der PKV nicht, jede Person zahlt einen eigenen Beitrag. Die Beiträge für Kinder sind aber deutlich günstiger als für Erwachsene. Zur Einordnung des Gesamtniveaus: Der Durchschnittsbeitrag aller Privatversicherten liegt nach Angaben des PKV-Verbands bei rund 579 € im Monat.

Warum sollten Sie immer die Nettobeiträge vergleichen?

Damit ein Vergleich zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung tragfähig ist, sollten Sie immer die Nettoersparnis betrachten. Beim Angestellten halbiert der Arbeitgeberzuschuss den Beitrag, beim Selbstständigen entfällt er. Wer nur die Bruttobeiträge nebeneinanderlegt, rechnet die erhoffte Ersparnis gegenüber der gesetzlichen Kasse systematisch zu hoch.

Wie entwickeln sich die Kosten über die Lebensphasen?

Beim Eintritt entscheidet das Alter. Jedes Jahr Aufschub erhöht den Startbeitrag und verkürzt die Ansparphase. Im Bestand sind Tarifwahl und Selbstbeteiligung die laufenden Hebel. Ein interner Tarifwechsel nach § 204 VVG kann den Beitrag deutlich senken, ohne den Versicherer zu wechseln.

Im Alter dämpfen die Alterungsrückstellungen den Anstieg. Die Branche hat dafür 351 Mrd. € zurückgelegt, nach Angaben des PKV-Verbands rund 38.800 € je versicherter Person. Wer die Hebel jeder Phase kennt, steuert seinen Beitrag über Jahrzehnte, statt ihn nur hinzunehmen.

Welche Kosten-Themen behandeln wir im Detail?

Jedes Thema hat eine eigene Seite mit den Details, den geltenden Paragrafen und unseren Empfehlungen:

  • PKV im Alter: Beitragsentwicklung und alle Entlastungsmechanismen ab 60
  • Risikozuschlag: Höhe, Berechnung und Wege zur Aufhebung
  • Selbstbeteiligung: Stufen, Wirkung und für wen sie sich lohnt
  • Arbeitgeberzuschuss: Berechnung und Höchstbeträge für Angestellte
  • Beitragsstabilität: Woran Sie einen stabil kalkulierenden Versicherer erkennen
  • Premiumtarife: Wann sich First-Class-Leistungen rechnen
  • Beitragsbemessungsgrenze: Wie sie Höchstbeitrag und Zuschuss begrenzt
  • Vorauszahlung: Beitragsrabatt und Steuerhebel der Jahreszahlung
  • Erstbeitrag und Folgebeitrag: erste Zahlung, laufende Beiträge und die Folgen von Zahlungsverzug
  • Beitragsfälligkeit: Termine, Fristen und Zahlweisen
  • Zuzahlungen: Eigenanteile, die trotz Versicherung bleiben
  • Regelhöchstsatz: GOÄ-Faktoren und ihre Bedeutung für die Erstattung
  • Abschlusskosten: Provision, Verrechnung und gesetzliche Deckel
  • Beitragsrückerstattung und Gesundheitsprämie: Rückzahlung bei Leistungsfreiheit und Prämien für gesundheitsbewusstes Verhalten

Sind die PKV-Kosten steuerlich absetzbar?

Ja, zu einem großen Teil. Der Basisanteil des Beitrags, typischerweise rund 79 Prozent, ist nach § 10 EStG unbegrenzt als Vorsorgeaufwand absetzbar. Komfortbestandteile wie das Einbettzimmer zählen nicht dazu.

Steigen die Beiträge in der PKV stärker als in der gesetzlichen Kasse?

Eher umgekehrt. Über zehn Jahre stiegen die Beiträge der privaten Krankenversicherung laut PKV-Verband um 3,4 Prozent pro Jahr, die der gesetzlichen Krankenversicherung um 3,9 Prozent. Der GKV-Höchstbeitrag legte allein von 2017 bis 2026 um 55,7 Prozent zu. Erhöhungen in der PKV kommen nur in Schüben und fallen deshalb stärker auf.

Was kostet die PKV im Monat für Selbstständige?

Der Tarifbeitrag ist derselbe wie für Angestellte, es fehlt nur der Arbeitgeberzuschuss. Ein Selbstständiger mit Eintritt um die 35 liegt als Richtwert bei ca. 510 € im Monat und damit deutlich unter dem Höchstbeitrag, den kinderlose Selbstständige in der gesetzlichen Kasse zahlen. Der Beitrag richtet sich nicht nach dem Gewinn, was bei schwankendem Einkommen planbar ist.

Kontaktieren Sie unsere Experten

Klären Sie alle offenen Fragen, kostenfrei und unverbindlich.

Expertengespräch

Persönliche Beratung mit unseren Spezialisten, kostenlos und unverbindlich.

Das Team von PKV-Welt: Tim und Sandra Bökemeier
Direkter Kontakt

Telefon: +49 521 9779 8232 · Antwortzeit: unter 48 h.

Kalender wird vorbereitet

Einen Moment – die freien Termine werden geladen.