Expertentipps

Was die BBG bewirkt und wie sie sich von der JAEG abgrenzt.

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Die zwei Grenzen auseinanderhalten

Die BBG mit 69.750 € bestimmt, wie hoch der GKV-Beitrag maximal berechnet wird. Die JAEG mit 77.400 € entscheidet, ob ein Angestellter überhaupt in die PKV wechseln darf. Wer beide vermengt, rechnet bei der Wechselentscheidung systematisch falsch.

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Zuschuss in jeden Vergleich einrechnen

Wir empfehlen Angestellten, vor jedem PKV-Beitragsvergleich den maximalen Arbeitgeberzuschuss von 508,59 € pro Monat einzukalkulieren, sonst entsteht ein verzerrtes Bild der Eigenbelastung.

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Eigene Zahlen durchrechnen

Wir empfehlen Versicherten, die zwischen GKV und PKV abwägen, die BBG-Logik einmal anhand des eigenen Bruttogehalts durchzurechnen. Die Beitragsspitze in der GKV ist bei BBG-Einkommen erreicht, während die PKV unabhängig vom Einkommen kalkuliert wird.

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Die stille Beitragserhöhung kennen

Die BBG steigt jedes Jahr per Verordnung. Für Gutverdiener in der gesetzlichen Kasse bedeutet das eine automatische Beitragserhöhung ohne Brief und ohne Beschluss, allein durch die höhere Bemessungsbasis.

Inhalt
  1. Definition und Werte
  2. Wirkung in der GKV
  3. Wirkung in der PKV
  4. BBG und JAEG
  5. Aus der Beratung
  6. Automatisch Höchstbeitrag?
  7. Freiwillig Versicherte
  8. Schwankendes Einkommen

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Beitragsbemessungsgrenze: Werte, Wirkung und Abgrenzung

Wie hoch ist die Beitragsbemessungsgrenze?

Die Beitragsbemessungsgrenze beträgt 2026 69.750 € pro Jahr beziehungsweise 5.812,50 € pro Monat und gilt einheitlich für die gesetzliche Kranken- und die Pflegeversicherung. Sie definiert das höchste Einkommen, das nach § 223 SGB V für die Beitragsberechnung herangezogen wird.

Festgelegt wird sie jährlich über die Sozialversicherungs-Rechengrößen-Verordnung, gekoppelt an die Lohnentwicklung. 2026 stieg sie von 66.150 € auf 69.750 €, ein Plus von 5,4 Prozent, über die letzten zwanzig Jahre summiert sich der Anstieg auf annähernd 50 Prozent. Eine eigene Grenze gilt für die Renten- und Arbeitslosenversicherung. Sie liegt deutlich höher und hat mit der Kranken-BBG nichts zu tun.

Wie wirkt die BBG in der gesetzlichen Krankenversicherung?

Die BBG der Krankenversicherung deckelt die Beitragsrechnung. Verdient ein Angestellter 100.000 € im Jahr, zahlt er Beiträge trotzdem nur auf 69.750 €. So setzt sich der GKV-Höchstbeitrag 2026 zusammen:

  • Krankenversicherung: 5.812,50 € mal 14,6 Prozent = 848,63 €
  • durchschnittlicher Zusatzbeitrag: 5.812,50 € mal 2,9 Prozent = 168,56 €
  • dazu die Pflegeversicherung nach Kinderzahl
  • Summe: bis zu 1.229,35 € im Monat

Kinderlose Selbstständige in der freiwilligen Versicherung erreichen mit dem Pflegezuschlag sogar 1.261,32 €. Für Einkommen oberhalb der Grenze sinkt damit die relative Belastung. Je weiter das Gehalt über der BBG liegt, desto kleiner wird der Beitragssatz gemessen am Gesamteinkommen. Genau diese Deckelung macht den Höchstbeitrag zur zentralen Vergleichsgröße für jede Wechselentscheidung.

Wie wirkt die BBG in der privaten Krankenversicherung?

Beim Vergleich der Beitragsbemessungsgrenze in GKV und PKV zeigt sich der Systemunterschied. Der PKV-Beitrag wird nicht vom Einkommen, sondern tariflich berechnet. Die BBG spielt für seine Höhe keine Rolle.

Indirekt wirkt sie trotzdem über den Arbeitgeberzuschuss. Der Arbeitgeber zahlt die Hälfte des Beitrags, höchstens aber die Hälfte des rechnerischen GKV-Höchstbeitrags, 2026 also 508,59 € im Monat. Steigt die BBG, steigt automatisch auch dieser Deckel. Der Spielraum für privatversicherte Angestellte wächst also jährlich mit. Für Selbstständige in der PKV ist die BBG dagegen bedeutungslos. Ihr Vergleichsmaßstab ist der GKV-Höchstbeitrag freiwillig Versicherter.

Wie grenzen sich BBG und JAEG sauber ab?

Beide Grenzen steigen jährlich, beide stehen in derselben Verordnung und trotzdem regeln sie völlig Verschiedenes. Die Jahresarbeitsentgeltgrenze von 77.400 € entscheidet nach § 6 SGB V, ab welchem regelmäßigen Jahresentgelt ein Angestellter versicherungsfrei wird und in die PKV wechseln darf. Die Beitragsbemessungsgrenze von 69.750 € bestimmt nur die Höhe der GKV-Beitragsrechnung.

Dazwischen liegen 2026 genau 7.650 €. Wer mit seinem Gehalt zwischen beiden Grenzen liegt, zahlt bereits den GKV-Höchstbeitrag, darf aber noch nicht in die PKV wechseln. Diese Zone macht die Verwechslung so teuer, denn hier wird der Höchstbeitrag fällig, ohne dass die Wahlfreiheit besteht.

Was sehen wir in der Beratung?

Der klassische Beratungsanlass beginnt mit dem Blick auf die Gehaltsabrechnung: Höchstbeitrag erreicht, Leistungsumfang unverändert, dazu die Frage, ob es die PKV nicht besser kann. Aus unserer Beratung kennen wir die Konstellation, in der die Rechnung am häufigsten aufgeht: Einkommen oberhalb der Grenzen, keine geplante Familienversicherung, stabiler Gesundheitszustand.

Wir empfehlen Angestellten mit Einkommen oberhalb der JAEG, vor dem Wechsel in die PKV eine ehrliche Lebenszeit-Kalkulation zu rechnen. Der BBG-Vorteil heute kann sich im Alter durch tarif- und altersabhängige Beiträge verschieben. Der heutige Höchstbeitrag ist ein wichtiger Vergleichswert, sollte aber nie das alleinige Entscheidungskriterium sein.

Zahle ich mit Einkommen über der BBG automatisch den Höchstbeitrag?

Ja, in der gesetzlichen Krankenversicherung. Ab einem Monatsbrutto von 5.812,50 € ist die Bemessungsgrundlage ausgeschöpft, jeder weitere Euro Gehalt bleibt beitragsfrei. Mehr als der Höchstbeitrag wird auch bei sehr hohen Einkommen nicht fällig.

Gilt die Beitragsbemessungsgrenze auch für freiwillig gesetzlich Versicherte?

Ja. Auch bei freiwilliger Mitgliedschaft, etwa von Selbstständigen, wird höchstens bis zur BBG verbeitragt. Zusätzlich zählen dort allerdings auch Mieten und Kapitalerträge zur Bemessungsgrundlage, bis die Grenze erreicht ist.

Was passiert bei schwankendem Einkommen knapp über der JAEG?

Das ist die heikelste Konstellation. Fällt das regelmäßige Entgelt unter die Grenze, kehrt die Versicherungspflicht zurück und der PKV-Vertrag steht zur Disposition. Da beide Grenzen jedes Jahr steigen, kann das auch ohne Gehaltskürzung passieren. Wer knapp über der JAEG liegt, sollte den Wechsel erst mit einem Sicherheitspuffer angehen.

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