Wenn es um die Gesundheitsvorsorge geht, stehen Freiberufler wie Ärzte, Rechtsanwälte und Steuerberater oft vor einer wichtigen Entscheidung: Sollten sie sich für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) oder die private Krankenversicherung (PKV) entscheiden? Diese Wahl hat weitreichende Konsequenzen, besonders im Hinblick auf die Altersvorsorge und die damit verbundenen Kosten.

In diesem Artikel beleuchten wir die Unterschiede zwischen GKV und PKV, insbesondere für Freiberufler, die Mitglied eines Versorgungswerks sind. Wir betrachten die Beitragsgestaltung, den Leistungsumfang und die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge, um Ihnen bei dieser wichtigen Entscheidung zu helfen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • GKV in Verbindung mit dem Versorgungswerk kann im Alter teuer werden
  • Brutto-und Nettobeitrag sind in der PKV nicht das Gleiche
  • Individueller Leistungsschutz in der PKV möglich.

Freiberufler-Berufsgruppen

Folgende Berufsgruppen fallen unter die Berufsbezeichnung Freiberufler:

  • Ärzte
  • Rechtsanwälte und Notare
  • Wirtschaftsprüfer und Steuerberater
  • Tierärzte
  • Zahnärzte
  • Apotheker
  • Architekten
  • Psychotherapeuten
  • Patentanwälte
  • Beratende Ingenieure

Die überwiegende Anzahl der Freiberufler, dazu gehören unter anderem Steuerberater, Rechtsanwälte und Notare, hat die Möglichkeit, sich jederzeit in der Privaten Krankenversicherung (PKV) zu versichern. Hingegen sind zum Beispiel Steuerberater oder Notare, die in einem Angestelltenverhältnis stehen, den Regelungen des Sozialgesetzes unterworfen und dürfen nur dann in die Private Krankenversicherung wechseln, wenn ihr Gehalt die Jahresarbeitsentgeltgrenze (Stand 2024: 69.300€ Jahresbruttoeinkommen) übersteigt.

Sollte das Jahreseinkommen von angestellten Notaren oder Steuerberatern unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen, besteht die Pflicht zur Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

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Rolle des Versorgungswerks

Immer mehr Freiberufler erwägen einen Schritt, der weitreichende Auswirkungen auf ihre Gesundheitsvorsorge hat: den Wechsel von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zur privaten Krankenversicherung (PKV). Diese Überlegung wirft nicht nur Fragen zum Versorgungswerk auf, sondern auch zur Auswahl der besten Tarife, insbesondere im Hinblick auf die Beiträge im Alter.

Das Versorgungswerk spielt eine entscheidende Rolle im Leben eines Freiberuflers. Als spezielle Einrichtung für freie Berufe, darunter Steuerberater und Rechtsanwälte, stellt es sicher, dass die Mitglieder im Alter gut versorgt sind.

Die Mitgliedschaft im Versorgungswerk hat jedoch im Hinblick auf die Zahlbeiträge im Rentenalter in der GKV erhebliche Nachteile:

Die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse im Rentenalter kann als sog. Freiwilliges Mitglied oder Pflichtmitglied in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) erfolgen.

Abhängig von der Art der Mitgliedschaft variieren die Beiträge deutlich. Während Mitglieder der KVdR lediglich bestimmte Einkunftsarten verbeitragen müssen, zahlen freiwillig Versicherte auf alle Einkunftsarten (Kapitalerträge, Mieterträge, Bezüge aus dem Versorgungswerk etc.)  Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge:

Aufgrund dessen, dass zum Beispiel Steuerberater und Rechtsanwälte ins Versorgungswerk einzahlen, werden Sie später im Rentenalter als freiwilliges Mitglied (GKV) geführt. 

Da Versorgungswerke im Vergleich zu der gesetzlichen Rentenversicherung höhere Renten bezahlen, führen zusätzlich Einnahmen dazu, dass auch im Rentenalter der Höchstbeitrag (ca. 900 EUR) gezahlt werden muss. Dieser Beitrag muss allein vom freiwillig Versicherten gezahlt werden, denn Versorgungswerke gewähren keinen Zuschuss zu den Krankenversicherungsbeiträgen im Rentenalter.

GKV KVdRGKV freiwillig
Rentenanspruch Versorgungswerk (3500 EUR Rente)670,25€ (2500€ x 19,15%)670,25€ (2500€ x 19,15%)
Betriebliche Altersvorsorge (500 EUR Rente)64,25€ (500€ – 164,50€ x 19,15%)64,25€ (500€ – 164,50€ x 19,15%)
Basisrente (100 EUR)0€19,15€
Mieteinnahmen, Kapitaleinkünfte0€+ X
Beitrag736,96€753,65€ + X

Vergleich zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung

Beitragshöhe: In der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich der Beitrag nach dem Einkommen und beträgt in der Regel einen prozentualen Anteil des Bruttoeinkommens. In der privaten Krankenversicherung hängt der Beitrag von verschiedenen Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand und gewähltem Leistungsumfang ab. Steuerberater oder Rechtsanwälte, die gut verdienen und sich eine individuell angepasste Absicherung wünschen, finden in der PKV möglicherweise attraktive Optionen.

Leistungsumfang: Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sind gesetzlich festgelegt und daher standardisiert. In der privaten Krankenversicherung können Freiberufler aus verschiedenen Tarifen und Zusatzversicherungen wählen, die ihren individuellen Bedürfnissen besser entsprechen. Dies ermöglicht eine maßgeschneiderte Gesundheitsvorsorge, kann aber auch zu höheren Kosten führen.

Flexibilität: Die private Krankenversicherung bietet in der Regel mehr Flexibilität hinsichtlich der Wahl von Ärzten, Behandlungen und Krankenhäusern. Dies kann für Steuerberater, die viel reisen oder besondere medizinische Bedürfnisse haben, ein entscheidender Vorteil sein.

Zwischenfazit

Die Entscheidung, von der gesetzlichen Krankenversicherung zur privaten Krankenversicherung zu wechseln, erfordert eine sorgfältige Abwägung der individuellen Bedürfnisse und Rahmenbedingungen, insbesondere wenn ein Steuerberater/Rechtsanwalt Mitglied eines Versorgungswerks ist. Ein umfassender Vergleich der Versicherungsleistungen und -kosten ist unerlässlich, um die beste Entscheidung für die persönliche Gesundheitsvorsorge zu treffen.

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Steuerliche Absatzbarkeit der PKV-Beiträge

Für Steuerexpertinnen und Steuerexperten spielt die Frage der Absetzbarkeit der Beiträge zur privaten Krankenversicherung (PKV) eine entscheidende Rolle. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, die Beiträge zur PKV steuerlich geltend zu machen, allerdings gibt es bestimmte Einschränkungen. Vollständig absetzbar sind dabei lediglich die Kosten für die Basisabsicherung, die vergleichbare Leistungen wie die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bietet, sowie eventuelle Zusatzbeiträge.

Die Absetzbarkeit wird komplexer, wenn es um sogenannte Mehrleistungen geht, die über das Niveau der Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse hinausgehen (wie beispielsweise hochwertiger Zahnersatz oder Chefarztbehandlungen). In der Regel sind diese Mehrleistungen

Verordnung zur tarifbezogenen Ermittlung der steuerlich berücksichtigungsfähigen Beiträge zum Erwerb eines Krankenversicherungsschutzes im Sinne des § 10 Absatz 1 Nummer 3 Buchstabe a des Einkommensteuergesetzes (Krankenversicherungsbeitragsanteil-Ermittlungsverordnung – KVBEVO)

BasisleistungenKomfort-Leistungen
Ambulanter Basisschutz = 54,60%Krankentagegeld
Stationärer Basisschutz = 15,11%Krankenhaustagegeld
Zahnärztlicher Basisschutz= 9,88%Heilpraktiker = 1,69%
= Summe: 79,59%Chefarzt oder 2-Bett-Zimmer= 9,24%
Einbettzimmer= 3,64%
Zahnersatz + implantologische Leistungen = 5,88%
Kieferorthopädie 0,26%

Vergleichen Sie daher auch immer die Netto statt die Bruttoprämien!

Kur / Reha / AHB

Im Bereich AHB (Anschlussheilbehandlung) und Reha ist es wichtig zu wissen, dass „Versorgungswerkler“ keine Ansprüche aus der Deutschen Rentenversicherung (DRV) haben.

MaßnahmeZiel der MaßnahmeLeistungserbringer Absicherung
Stationäre HeilbehandlungHeilungGKV oder PKVAbsicherung über PKV-Tarif
AHBWiederherstellung der GesundheitUnfallversicherung bei Wege- oder Arbeitsunfall Gesetzliche Rentenversicherung Sofern keine Vorleistung anderer Träger erfolgt: GKV / PKVAbsicherung für Versorgungswerkler notwendig:PKV-Absicherung KUR-Tarif
RehabilitationWiedereingliederung in Alltags- und BerufslebenUnfallversicherung bei Wege- oder Arbeitsunfall Gesetzliche Rentenversicherung Sofern keine Vorleistung anderer Träger erfolgt: GKV / PKVAbsicherung für Versorgungswerkler notwendig:PKV-Absicherung KUR-Tarif
Vorsorge-KurErhaltung von Gesundheit und ArbeitskraftGKV, grundsätzlich keine Leistung in der PKVAbsicherungsbedarf für jeden PKV-Versicherten:KUR-Tarif

Auszug Versorgungswerk der Rechtsanwälte

§ 12 Rehabilitationsmaßnahmen

(1)  Ist  die  Berufsfähigkeit  eines  beitragspflichtigen  Mitgliedes wegen  körperlicher  Gebrechen  oder  wegen  Schwäche  seiner körperlichen    oder    geistigen    Kräfte    erheblich    gefährdet, gemindert oder aufgehoben, kann auf Antrag ein Zuschuss zu den  Kosten  notwendiger  Rehabilitationsmaßnahmen  gewährt werden,  wenn  hierdurch  die  Berufsfähigkeit  voraussichtlich erhalten, gebessert oder wiederhergestellt werden kann.

§ 5 Einschränkung der Leistungspflicht

(1) Keine Leistungspflicht besteht . . .

d) für Kur- und Sanatoriumsbehandlung, sowie für Rehabilitationsmaßnahmen der gesetzlichen Rehabilitationsträger, wenn der Tarif nichts anderes vorsieht;

Versorgungswerk (Berlin, Zahnärztekammer)

§ 17 Rehabilitationsmaßnahmen

Einem Mitglied des Versorgungswerks, das mindestens für drei Monate Beiträge geleistet hat oder Berufsunfähigkeitsrente bezieht, kann vor Erreichen der vorgezogenen Altersgrenze nach § 14 Absatz 2 auf Antrag ein Zuschuss zu den Kosten notwendiger und besonders aufwendiger medizinischer Rehabilitationsmaßnahmen gewährt werden, wenn seine Berufsfähigkeit infolge Krankheit oder eines körperlichen Gebrechens oder wegen Schwäche seiner körperlichen oder geistigen Kräfte gefährdet, gemindert oder ausgeschlossen ist und durch diese Rehabilitationsmaßnahmen voraussichtlich erhalten, wesentlich gebessert oder wiederhergestellt werden kann. Der Zuschuss ist rechtzeitig vor Einleitung der Maßnahme schriftlich zu beantragen.

  • „Kann […] gewährt werden“
  • Was sind „besonders aufwendige“ Maßnahmen?
  • Wiedereingliederung in den Alltag?
  • Wer leistet?

Optimale Absicherung von AHB (AR) / Reha:

  • Barmenia
  • BBKK (GesundVario)
  • Signal (Prime)
  • SDK (AM)
  • KKUR (DKV)

Was ist versichert?

Wir bieten Versicherungsschutz bei Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen. Dies sind Maßnahmen, die durchgeführt werden, um

  • einer Gefährdung der körperlichen oder seelischen gesundheitlichen Entwicklung einer versicherten Person (bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres) entgegenzuwirken
  • eine Schwächung der Gesundheit, die in absehbarer Zeit voraussichtlich zu einer Krankheit führen würde, zu beseitigen
  • Krankheiten zu heilen, zu lindern oder deren Verschlimmerung zu vermeiden
  • eine Erwerbsminderung oder deren Verschlimmerung zu vermeiden bzw. zu beseitigen oder
  • Pflegebedürftigkeit zu vermeiden bzw. zu mindern.
Gesundheitsfragen

PKV Tarife für Freiberufler 2024

Es ist schwierig, eine spezifische Krankenversicherung als die beste für Freiberufler zu benennen, da die optimale Wahl stark von den individuellen Bedürfnissen, Präferenzen und finanziellen Möglichkeiten abhängt. Allerdings gibt es einige renommierte private Krankenversicherungen in Deutschland, die für Freiberufler und somit auch für Steuerberater geeignete Tarife anbieten.

Freiberufliche Rechtsanwälte oder Ärzte haben die Möglichkeit, von vorteilhaften Gruppentarifen zu profitieren, wenn sie sich für einen privaten Versicherer entscheiden. Diese Tarife stehen den Mitgliedern von Anwaltsvereinen oder Ärztekammern offen, die mit Versicherungsunternehmen kooperieren und dadurch günstigere Konditionen anbieten können. Ebenso existieren entsprechende Gruppentarife für Notare. Bei Fragen dazu steht Ihnen unser Expertenteam im Bereich private Krankenversicherung gerne zur Verfügung.

Die folgenden Tarife werden am häufigsten von Freiberuflern gewählt:

ARAG

  • MedExtra (ME) und MedBest (MB)

Hallesche

  • Nk.select L Bonus und Nk.select XL Bonus

Signal Iduna

  • Komfort-Plus 1 und Exklusiv 1 

Hanse Merkur

  • KVS1, PSV und AZP

Allianz

  • AktiMedPlus 100

Continentale

  • Comfort-U, SP2 und Premium

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Der beste Tarif für Sie!

Haben Sie Fragen oder sind auf der Suche nach einem besonderen Tarif für Freiberufler? Wir sind gerne für Sie da und unterstützen Sie bei der Auswahl des passenden Versicherungsschutzes. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren – gemeinsam finden wir die optimale Lösung für Ihre Bedürfnisse.

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