Nach aktueller Rechtslage zahlen gesetzlich Versicherte bei vielen Leistungen eine Zuzahlung von zehn Prozent der Kosten, mindestens fünf Euro und höchstens zehn Euro, jedoch nie mehr als die tatsächlichen Kosten der Leistung. Das gilt unter anderem für Arzneimittel, Hilfsmittel und Fahrkosten. Bei Heilmitteln und häuslicher Krankenpflege kommt zusätzlich eine Zuzahlung je Verordnung hinzu. Bei stationären Krankenhausaufenthalten und vielen Reha-Maßnahmen beträgt die Zuzahlung derzeit zehn Euro pro Kalendertag, im Krankenhaus begrenzt auf maximal 28 Tage pro Kalenderjahr. Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr sind grundsätzlich von Zuzahlungen befreit, eine wichtige Ausnahme bilden Fahrkosten.
Alle gesetzlichen Zuzahlungen werden bei der Belastungsgrenze nach § 62 SGB V berücksichtigt. Diese liegt grundsätzlich bei zwei Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt, bei schwerwiegend chronisch Kranken bei einem Prozent. Bei Familien werden die Zuzahlungen der gesetzlich versicherten Angehörigen gemeinsam berücksichtigt.
Wichtig mit Blick auf die Reform: Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das der Bundestag am 10. Juli 2026 beschlossen hat, steigen die Zuzahlungsbeträge ab 2027. Vorgesehen sind 7,50 Euro bis 15 Euro statt bisher fünf Euro bis zehn Euro. Auch die Tageszuzahlung für stationäre Maßnahmen sowie die Zuzahlung je Verordnung bei Heilmitteln und häuslicher Krankenpflege steigen auf 15 Euro. Die Belastungsgrenzen von zwei und einem Prozent bleiben.