Inhalt
  1. Wie das Solidaritätsprinzip in der Praxis wirkt
  2. Solidaritätsprinzip und Äquivalenzprinzip der PKV
  3. Demografischer Druck auf das Solidaritätsprinzip

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Im Detail

Wie wirkt das Solidaritätsprinzip in der Praxis?

In der gesetzlichen Krankenversicherung zahlt jeder Versicherte einen einkommensabhängigen Prozentsatz seines Bruttolohns. Familienmitglieder ohne eigenes Einkommen sind beitragsfrei mitversichert. Wer wenig verdient oder nicht berufstätig ist, zahlt weniger oder nichts. Das schafft einen universellen Zugang zur Grundversorgung, hat aber zur Folge, dass gutverdienende Gesunde systematisch mehr zahlen, als sie an Leistungen kosten.

Begrenzt wird dieser einkommensabhängige Beitrag durch die Beitragsbemessungsgrenze. Einkommen oberhalb dieser Grenze erhöht den Beitrag nicht weiter. An dieser Stelle endet die solidarische Umverteilung, weil sehr hohe Einkommen nicht stärker belastet werden als Einkommen genau an der Grenze.

Das Solidaritätsprinzip bedeutet auch, dass es in der gesetzlichen Krankenversicherung keine individuelle Alterungsrückstellung gibt. Die Beiträge steigen im Alter mit dem Ausgabenniveau der gesamten Versichertengemeinschaft, nicht mit der individuellen Lebenserwartung des Einzelnen.

Wie unterscheiden sich Solidaritätsprinzip und Äquivalenzprinzip der PKV?

Das Gegenprinzip in der privaten Krankenversicherung ist das Äquivalenzprinzip. Der Beitrag richtet sich nach dem individuellen Risiko des Versicherten. Alter, Geschlecht (bis zur Abschaffung geschlechtsspezifischer Tarife im Jahr 2012 in der EU) und Gesundheitszustand bei Antragstellung bestimmen den Beitrag. Wer viel verdient, zahlt in der gesetzlichen Kasse mehr, unabhängig davon, ob er die Leistungen in Anspruch nimmt.

Für Gutverdiener mit guter Gesundheit bedeutet das einen risikoadäquaten Beitrag, der bei günstigem Einstiegsalter häufig niedriger ausfällt als der Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Wie wirkt der demografische Druck auf das Solidaritätsprinzip?

Das Solidaritätsprinzip funktioniert gut in einer jungen Gesellschaft mit steigenden Löhnen. Der demografische Wandel in Deutschland, also mehr ältere und weniger junge Beitragszahler, erhöht den Finanzierungsdruck auf das gesetzliche System.

Wir empfehlen, beim Systemvergleich zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung nicht nur den heutigen Beitrag zu betrachten, sondern auch die langfristige Kostenlogik. Das Solidaritätsprinzip hat Vorzüge und Nachteile, die je nach persönlicher Situation unterschiedlich stark ins Gewicht fallen.

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