Expertentipps

Worauf es bei Terminen und Zahlweise ankommt.

01

Den Stichtag kennen

Fällig ist der Beitrag am Ersten der Zahlperiode, bei monatlicher Zahlweise also zum Monatsbeginn (§ 8 MB/KK). Sorgen Sie dafür, dass das Konto an diesem Tag gedeckt ist, nicht erst zur Monatsmitte.

02

Zahlweise zur Lebenssituation wählen

Wir empfehlen, die Zahlweise an die Lebenssituation anzupassen. Bei Selbstständigen mit Einkommensspitze lohnt sich häufig die jährliche Zahlweise, bei Angestellten mit stabilem Monatslohn die monatliche.

03

Skonto als sichere Rendite begreifen

Der Nachlass von zwei bis vier Prozent für die Jahreszahlung ist eine garantierte Ersparnis ohne Risiko. Wer die Liquidität hat, findet auf dem Tagesgeldkonto selten eine vergleichbar sichere Verzinsung.

04

Übergänge sauber dokumentieren

Wir empfehlen, beim Wechsel der Zahlweise das alte Mandat aktiv zu widerrufen und das neue schriftlich bestätigen zu lassen. In der Praxis entstehen Doppellastschriften regelmäßig, wenn die Übergänge nicht sauber dokumentiert werden.

Inhalt
  1. Wann er fällig wird
  2. Die Zahlweisen
  3. In der Praxis
  4. Zahlweise wechseln
  5. Aus der Beratung
  6. Erster am Wochenende
  7. Einseitige Änderung?
  8. Skonto und Zuschuss

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Beitragsfälligkeit: Mechanik, Zahlweisen und Wechsel

Wann wird der Beitrag fällig und worauf stützt sich das?

Die Beitragsfälligkeit ergibt sich aus dem Vertrag, gestützt auf die Musterbedingungen. Nach § 8 MB/KK ist der Beitrag ein Jahresbeitrag, der in Monatsraten gezahlt werden kann. Die Raten sind am Ersten eines jeden Monats fällig. Vereinbarte längere Zahlperioden verschieben den Termin auf den Ersten der jeweiligen Periode. Für die allererste Zahlung gilt eine Sonderregel: Der Erstbeitrag wird nach § 33 VVG unverzüglich nach Ablauf von vierzehn Tagen nach Zugang des Versicherungsscheins fällig. Ab der zweiten Zahlung greift die Folgebeitragsregelung.

Gerät eine Zahlung in Verzug, beginnt das Mahnverfahren nach § 38 VVG beziehungsweise den Sonderregeln der Vollversicherung. Fälligkeit und Verzug sind dabei zwei verschiedene Dinge. Fällig ist der Beitrag am Stichtag, im Verzug ist er erst, wenn die Zahlung danach ausbleibt.

Welche Zahlweisen gibt es und welcher Nachlass ist üblich?

Wann der Beitrag fällig ist, bestimmt die gewählte Zahlweise:

ZahlweiseFälligkeitTypischer Nachlass
Monatlich (Standard)Erster jedes Monatskeiner
VierteljährlichErster des Quartalshäufig ein bis zwei Prozent
HalbjährlichErster des Halbjahresmittlerer Bereich
JährlichErster des Versicherungsjahrestypisch zwei bis vier Prozent

Die genauen Nachlässe regelt jeder Versicherer in seinem Tarifwerk. Die Spannen sind Erfahrungswerte, einzelne Versicherer zahlen nur ein Prozent, manche große Anbieter gewähren gar keinen Nachlass. Wer noch weiter gehen will, kann Beiträge für künftige Jahre vorauszahlen und damit zusätzlich einen Steuerhebel nutzen, das ist ein eigenes Thema mit eigenen Spielregeln.

Wie laufen die Beitragstermine in der Praxis ab?

Die Beitragstermine laufen in der Praxis über das SEPA-Lastschriftmandat. Der Versicherer zieht den Beitrag mit zwei bis drei Tagen Vorlauf zum Fälligkeitstag ein. Abweichende Termine einzelner Tarife stehen im Tarif-Anhang, ein Blick dorthin lohnt bei alten Verträgen mit Sonderregelungen.

Eine Rücklastschrift wegen fehlender Deckung kostet Bankgebühren, die der Versicherer weiterberechnen darf, und kann bei Wiederholung ein Mahnverfahren auslösen. Kranken- und Pflegepflichtversicherung werden in einem Betrag eingezogen, auf dem Kontoauszug erscheint also eine Summe, nicht zwei Posten. Der Fälligkeitstermin verschiebt sich nicht durch Urlaub, Krankheit oder verspätete Gehaltszahlung, der Beitrag bleibt zum Stichtag geschuldet.

Wie wechsle ich die Zahlweise?

Ein Wechsel der Zahlweise ist in der Regel zum Beginn des nächsten Versicherungsjahres möglich. Der Antrag sollte mindestens einen Monat vor dem Stichtag beim Versicherer liegen. Das Versicherungsjahr beginnt dabei nicht zwingend am 1. Januar, sondern bei vielen Verträgen mit dem individuellen Versicherungsbeginn. Der Stichtag steht im Versicherungsschein.

Wichtig ist die schriftliche Bestätigung des Versicherers mit dem neuen Rhythmus und dem ersten neuen Fälligkeitstermin. Wer von jährlicher auf monatliche Zahlung umstellt, verliert das Skonto. Wer in die Gegenrichtung wechselt, sollte den Jahresbetrag vor dem Stichtag vollständig liquide haben, denn die erste Jahreszahlung trifft das Konto mit der vollen Summe.

Was sehen wir in der Beratung?

Aus langjähriger Bestandsbetreuung sehen wir, dass die meisten Fälligkeits-Probleme nicht aus Geldmangel entstehen, sondern rund um Kontowechsel und Zahlweisen-Umstellungen.

Wir empfehlen, bei einem Kontowechsel den neuen Lastschriftbeleg vom Versicherer ausdrücklich schriftlich zu erbitten und mit dem nächsten Beitragstermin abzugleichen, sonst entsteht in der Übergangsphase ein Mahnverfahren-Risiko ohne Schuld des Versicherten. Ein Dauerauftrag ist als Ersatz für die Lastschrift die schlechtere Wahl. Er passt sich bei Beitragsanpassungen nicht automatisch an und produziert dann systematisch Differenzen.

Verschiebt sich die Fälligkeit, wenn der Erste auf ein Wochenende fällt?

Ja, auf den nächsten Werktag. Fällt der Monatserste auf Samstag, Sonntag oder einen Feiertag, gilt der folgende Bankarbeitstag als Fälligkeits- und Einzugstag. Die Deckung sollte trotzdem ab Monatsbeginn stehen.

Kann der Versicherer den Fälligkeitstermin einseitig ändern?

Nein. Der Zahlungsrhythmus ist Vertragsbestandteil. Ändern kann ihn nur eine Vereinbarung beider Seiten, in der Praxis also Ihr Antrag auf eine andere Zahlweise mit Bestätigung des Versicherers.

Bekomme ich das Skonto auch beim Arbeitgeberzuschuss angerechnet?

Ja, mittelbar. Der Arbeitgeberzuschuss bemisst sich am tatsächlich geschuldeten Beitrag. Sinkt dieser durch das Skonto, rechnet der Arbeitgeber mit dem reduzierten Monatsbeitrag. Die Ersparnis teilt sich also zwischen Ihnen und dem Arbeitgeber auf.

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Ein Wechsel in die private Krankenversicherung ist für Sie voraussichtlich nicht empfehlenswert.

Ab einem Alter von 55 Jahren ist die Aufnahme in die private Krankenversicherung häufig nur noch eingeschränkt möglich. Zudem kann ein später Wechsel mit höheren Beiträgen verbunden sein.

Uns ist wichtig, dass sich ein Wechsel für Sie auch langfristig lohnt. Deshalb möchten wir Ihnen keine Beratung empfehlen, wenn wir bereits anhand Ihrer Angaben erkennen, dass die Voraussetzungen dafür eher ungünstig sind.

Sie sind sich unsicher oder möchten Ihre Angaben korrigieren? Melden Sie sich gerne bei uns. Wir helfen Ihnen bei der Einordnung.

 

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