Wird der fällige Erstbeitrag nicht gezahlt, stehen dem Versicherer zwei Wege offen: der Rücktritt vom Vertrag, solange die Zahlung aussteht, und die Leistungsfreiheit für Versicherungsfälle, die vor der Zahlung eintreten (§ 37 VVG). Beides setzt voraus, dass der Versicherte die Verspätung zu vertreten hat. Die Leistungsfreiheit verlangt zusätzlich, dass er auf diese Folge in Textform oder durch einen auffälligen Hinweis im Versicherungsschein hingewiesen wurde.
Eine gesetzliche Nachfrist wie beim Folgebeitrag gibt es beim Erstbeitrag nicht. In der Praxis mahnt der Versicherer meist trotzdem zunächst. Nach vollständiger Nachzahlung besteht der Schutz regulär, solange der Versicherer nicht zurückgetreten ist. Ein Schaden aus der ungedeckten Zwischenzeit bleibt jedoch ungedeckt. Genau dieses Szenario, ein Unfall in der Woche zwischen geplatzter Lastschrift und Nachzahlung, ist das teuerste Risiko des gesamten Themas.