Expertentipps

Die wichtigsten Punkte zur anonymen Risikovoranfrage auf einen Blick.

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Was eine anonyme Voranfrage ist

Der Versicherer prüft Ihre Gesundheitsangaben anonym, ohne Namen oder Adressdaten. Die Antwort enthält die Konditionen, zu denen er Sie aufnehmen würde: Normaltarif, Risikozuschlag, Leistungsausschluss oder Ablehnung.

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Warum sie schützt

Eine Ablehnung im formalen Antragsverfahren wird in Branchenregistern festgehalten und verschlechtert Ihre Chancen bei anderen Versicherern. Wir empfehlen die anonyme Voranfrage als Standardschritt vor jedem formalen Antrag, gerade bei Vorerkrankungen.

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Mehrere Versicherer parallel

Wir empfehlen, mindestens fünf Versicherer parallel anonym anzufragen. So bewertet etwa die Hallesche Krankenversicherung Erkrankungen am Bewegungsapparat kulanter als die Hanse Merkur, während die Hanse Merkur Erkrankungen an der Schilddrüse kulanter bewertet als die Continentale.

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Verbindlichkeit der Antwort

Die anonyme Vorabbewertung ist für den Versicherer rechtlich nicht bindend. Seriöse Anbieter halten sich in der Praxis jedoch an die zugesagten Konditionen, sofern der formale Antrag mit denselben Gesundheitsangaben gestellt wird.

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Anonym ist nicht Verschweigen

Die anonyme Voranfrage befreit nicht von der vorvertraglichen Anzeigepflicht nach § 19 VVG. Bei späterem Antrag müssen Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden, sonst kann der Versicherer den Vertrag anfechten.

Inhalt
  1. Ihre Vorteile mit uns
  2. Was sie leistet
  3. Wann sinnvoll
  4. Was sie vermeidet
  5. Mögliche Ergebnisse
  6. Praxisbeispiel
  7. Abfragezeiträume
  8. Krankenakte
  9. Unsere Methode
  10. Grenzen

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Ihre Vorteile mit uns

Die anonyme Risikovoranfrage im Detail

Was leistet die anonyme Risikovoranfrage?

Sie ist kein Antrag, sondern eine Chancenprüfung. Bevor ein formaler Versicherungsantrag gestellt wird, fragt der Makler oder der Antragsteller anonym bei einem oder mehreren Versicherern an, ob und zu welchen Konditionen eine Aufnahme möglich wäre. Der Versicherer bekommt ausschließlich die Gesundheitsangaben, keine Identifikationsdaten.

Das Ergebnis zeigt, zu welchen Konditionen eine Aufnahme möglich wäre. Wer diese Information hat, kann entscheiden, bei welchem Versicherer ein formaler Antrag Sinn ergibt.

Wann ist die anonyme Voranfrage sinnvoll?

Die anonyme Risikovoranfrage ist in mehreren Situationen besonders relevant:

  • Bei Vorerkrankungen: Wer eine Diagnose oder Behandlung in der Vergangenheit hat, kennt die Annahmechancen bei regulären Tarifen vorab nicht. Die Voranfrage schafft Klarheit, bevor ein Antrag gestellt wird.
  • Nach einer Ablehnung bei einem anderen Versicherer, weil eine zweite Ablehnung die Chancen weiter verschlechtert.
  • Auch ohne Vorerkrankungen: Sie schützt davor, dass ein formaler Antrag unvorhergesehen abgelehnt wird und im Branchenregister landet.

Was vermeidet die Voranfrage konkret?

Eine formale Ablehnung im Antragsverfahren wird bei Versicherern intern registriert. Wer einmal abgelehnt wurde, hat bei vielen Anbietern schlechtere Ausgangschancen als ein Erstantragsteller.

Die anonyme Voranfrage umgeht diesen Mechanismus vollständig, weil keine Identifikation stattfindet.

Welche Ergebnisse sind möglich?

Die Rückmeldung des Versicherers fällt in mehrere Kategorien:

ErgebnisWas es bedeutet
Annahme zum NormaltarifAufnahme ohne Aufschläge oder Leistungsausschlüsse
Annahme mit Risikozuschlag oder LeistungsausschlussModifizierte Konditionen, typischer Aufschlag 15 bis 30 %
Keine AnnahmeVersicherer würde einen formalen Antrag nicht annehmen

Das Ergebnis keine Annahme bei einem Versicherer bedeutet nicht, dass alle Versicherer ablehnen würden. Die Bewertung derselben Vorerkrankung schwankt zwischen Anbietern. Deshalb lohnt es sich, mehrere Versicherer parallel anzufragen.

Wie groß sind die Unterschiede zwischen Versicherern?

Die Bewertung identischer Gesundheitsdaten variiert extrem zwischen den Anbietern. Ein anonymes Beispiel aus einer Risikoanfrage eines unserer Kunden zeigt das.

Die Ausgangssituation:

  • seit zwei Jahren eine bekannte Histamin-Unverträglichkeit, Diagnose gesichert, keine Behandlung erforderlich, da keine Beschwerden, lediglich eine angepasste Ernährung
  • seit fünf Jahren eine Schilddrüsenunterfunktion, behandelt mit L-Thyroxin, eine Tablette täglich, die Werte damit im Normbereich

Das Ergebnis der Prüfung fiel sehr unterschiedlich aus:

  • Versicherer A: Annahme ohne Risikozuschlag
  • Versicherer B: 5 Prozent Zuschlag
  • Versicherer C: 25 € Zuschlag
  • Versicherer D: 18 Prozent Zuschlag
  • Versicherer E: Ablehnung des Versicherungsschutzes

Bei einer direkten Antragstellung bei Versicherer E wäre dieser Kunde dauerhaft belastet gewesen. Durch die anonyme Voranfrage fand er eine erstklassige Lösung ohne jeden Zuschlag.

Welche Abfragezeiträume nutzen die Versicherer?

Die Versicherer fragen Vorerkrankungen über verschiedene Zeiträume ab:

  • Ambulante Behandlungen: bei den meisten Versicherern drei Jahre. Die Württembergische fragt zehn Jahre ab, auch die Hilfsmittelversorgung. Die R+V erfasst Erkrankungen des Gehirns oder Nervensystems über zehn Jahre, die Concordia auch Essstörungen über zehn Jahre.
  • Stationäre Behandlungen: bei allen Versicherern fünf Jahre.
  • Psychische Behandlungen: kurze Abfrage über fünf Jahre etwa bei Allianz, AXA, Continentale, DKV, Gothaer und Hanse Merkur. Acht Jahre gelten beim AXA-Tarif ActiveMe. Zehn Jahre nutzen ARAG, Barmenia, Concordia, Hallesche, Inter, Nürnberger, R+V, SDK, Signal Iduna, UKV, uniVersa und Württembergische.

Warum reicht das eigene Gedächtnis nicht?

Können Sie sich noch an jeden Arztbesuch der letzten fünf Jahre erinnern? An jedes verschriebene Medikament, jeden Bluttest, jede Physiotherapie-Sitzung? Die meisten Menschen überschätzen ihr Erinnerungsvermögen deutlich. Ein vergessener Befund kann später zur Anfechtung des gesamten Versicherungsvertrags führen.

Häufige Erinnerungslücken:

  • Vorsorgeuntersuchungen mit auffälligen Befunden
  • kurzzeitige Medikamenteneinnahmen wie Antibiotika oder Schmerzmittel
  • Physiotherapie oder Massagen auf Rezept
  • Bluttests mit grenzwertigen Ergebnissen
  • Facharztbesuche ohne weitere Behandlung

Die Lösung liegt in der systematischen Aufarbeitung Ihrer Krankengeschichte. Fordern Sie bei Ihrer Krankenkasse die komplette Versichertenauskunft an. Diese zeigt schwarz auf weiß, was abgerechnet wurde.

Wie nutzen wir die anonyme Voranfrage in der Beratung?

Wir nutzen die anonyme Voranfrage als festen Bestandteil jedes Beratungsprozesses, bei dem Vorerkrankungen oder ein erhöhtes Annahmerisiko vorliegen. In unserer Beratungspraxis sehen wir, dass die Voranfrage in der großen Mehrheit der Fälle vor unnötigen Ablehnungen schützt, gerade bei mittleren Vorerkrankungen wie behandeltem Bluthochdruck, überstandenen Operationen oder dokumentierten Rückenproblemen.

Das Ergebnis der Voranfrage ist die Grundlage für die Entscheidung, bei welchem Versicherer ein formaler Antrag gestellt wird. Wer diesen Schritt überspringt, riskiert, beim erstbesten Versicherer abgelehnt zu werden und damit seine Ausgangslage für alle weiteren Anfragen zu verschlechtern.

Was ersetzt die Voranfrage nicht?

Die anonyme Voranfrage hat klare Grenzen.

Sie ersetzt nicht den formalen Antrag. Wer sich für einen Versicherer entschieden hat, muss am Ende einen regulären Antrag mit vollständigen Identifikationsdaten stellen.

Sie befreit nicht von der vorvertraglichen Anzeigepflicht nach § 19 VVG. Beim formalen Antrag müssen alle Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Falschaussagen oder Auslassungen können dazu führen, dass der Versicherer den Vertrag anficht und Leistungen verweigert. Das gilt auch dann, wenn die anonyme Voranfrage positiv ausgefallen ist.

Sie ist kein rechtlicher Annahmegarant. Die Rückmeldung ist eine Einschätzung des Versicherers auf anonymer Basis. Bei späterem Antrag mit vollständigen Daten kann die Bewertung abweichen, wenn neue oder andere Gesundheitsinformationen offenbar werden.

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